Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test: Nicht-parametrischer Vorher-Nachher-Vergleich
Pflegestudium HSLU Inferenzstatistik: Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test mit Differenzen, Rangbildung und Prüfgrösse W Schritt für Schritt berechnen.
Aufgabenstellung
Didaktischer Denkansatz
Der Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test ist die nicht-parametrische Alternative zum abhängigen t-Test für ordinalskalierte oder nicht normalverteilte Daten.
Schritt-für-Schritt-Herleitung
Beträge der Differenzen bilden und Ränge mit Bindungskorrektur zuweisen
Sortiere die absoluten Beträge aufsteigend: |1|, |2|, |2|, |3|, |4|, |5|, |6|. Die beiden Werte |2| belegen die Plätze 2 und 3; bilde den Durchschnittsrang (2 + 3) / 2 = 2.5.
Rangsummen der positiven (R+) und negativen (R-) Differenzen berechnen
Addiere die Ränge getrennt nach den ursprünglichen Vorzeichen der Differenzen.
Prüfgrösse W bestimmen und Testentscheidung treffen
Gemäss Schnyder ist W = min(R+, R-). H0 wird nur verworfen, wenn W <= W_krit ist. Hier gilt: W = 3.5 > 2.
Häufige Schweizer Prüfungsfehler
- •Nulldifferenzen (d_i = 0) fälschlich mitgerankt: Differenzen von 0 müssen vor der Rangvergabe eliminiert werden (n reduziert sich entsprechend).
- •Verwerfungsbereich vertauscht: Beim Wilcoxon-Test verwirft man H0 für kleine Werte (W <= W_krit), nicht für grosse Werte!
Wann muss in pflegewissenschaftlichen Studien der Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test anstelle des gepaarten t-Tests verwendet werden?
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